Wissenswertes
Trensen & Zügel

Die Vielfalt der am Markt befindlichen Angebote an Trensen und Zügeln ist fast nicht überschaubar. Meist entscheidet beim Kauf der Geschmack des Reiters, aber auch seine Art zu Reiten und der Zweck der Anschaffung.
Trensen sind aus Leder oder anderen Materialen (Gurtband, Stoff, usw. ) erhältlich, ebenso die Zügel.
Bei den Zügeln hat man die Wahl sich für geschlossene Zügel oder die Split Reins zu entscheiden, welche offen und wesentlich länger sind. Bei Anwendung eines Bosal wird die Mecate verwendet.
Einsatzgebiet und eigener Geschmack sind letztendlich entscheidend für den Kauf.

Split Reins aus Leder Split Reins, die offenen Zügel die meist bis zu 245 cm lang sind. Der typische Zügel des Westernreiters.
Geschlossene Zügel aus Gurtband Geschlossene Zügel.

Zaumzeug / Bridle / Jato
Das sind die Begriffe für alle Teile des Zaumzeugs:
Trense (deutsch) / Bridle (amerikanisch) / Jato (peruanisch)
Klassisches Hackamore mit Mecate Das Bosal (klassisches Hackamore)
Es besteht meist aus einer rundgeflochtenen, steifen, ledernen Schlinge. Diese ist über dem Nasenbein des Pferdes abgerundet und endet, spitz zulaufend, unter dem Kinn in einem dicken Knopf.
Das Bosal wird durch einen einfachen, über das Genick laufenden, Riemen gehalten.
An den Knopf des Bosals wird die Mecate, ca. 7m lang, befestigt und dient als Zügel. Das verbleibende Ende wird als Führ- oder Anbindestrick verwendet.
Bei dieser Art, leichter Sitz, zu Reiten liegt der Schwerpunkt der Hilfengebung ist die Gewichtsverlagerung. Das Bosal liegt lose auf der Nase, eine Anlehnung an den Zügel besteht nicht. Zügelhilfen erfolgen durch Auf- und Abwärtsspiel der Schlinge, leichtes, oder wenn nötig heftiges, Zupfen. Um eine Rechtswendung zu machen wird das Gewicht nach rechts verlagert, der rechte Zügel leicht angenommen und der linke leicht an den Hals gelegt (Neckreining).
Zaumseug mit eingeschnalltem Hackamore Das Hackamore (mechanisches)
Es besteht aus einem meist in Leder gefaßtem Nasenriemen mit zwei Hebelanzügen, an welchen die Zügel befestigt werden, und einer Kinnkette (Kinnriemen). Gehalten wird es durch eine Trense mit Stirnband und Kehlriemen.
Es erzeugt beim Anziehen der Zügel sehr starken Druck auf Ober-, Unterkiefer und das Genick des Pferdes. Obwohl Gebisslos gehört das mechanische Hackamore zu den "scharfen" Zäumungen. Die Einwirkung der Zügelhand wird durch die Mechanik um ein vielfaches verstärkt.
Das Hackamore sollte nur von erfahrenen Reitern mit feinfühligem Händen eingesetzt werden!
Trense mit einfach gebrochenem Gebiss, ohne eingeschnalltes Reithalfter Der Trensenzaum
Die gebräuchlichste Form der Zäumung für das Pferd ist der "Trensenzaum". Dieser besteht aus Stirnriemen, Kehlriemen und dem über das Genick laufenden Riemen in welchem das Gebiß verschnallt wird. In den Ringen des Gebisses werden die Zügel befestigt.
In der klassischen und einigen anderen Reitweisen wird die Trense mit einem Reithalfter kombiniert. Das Reithalfter verhindert das Aufsperren des Maules und schränkt die Kaubewegungen ein.


Trensenzaum mit Reithalfter (rot eingezeichnet, D = Druckpunkt bei Zügelstraffung)

Reithalfter sind Zusatzhalfter zur Trensenzäumung, sie sollen ein Aufsperren des Maules bei Zügelanzug verhindern, schränken die Kaubewegungen ein und verleihen den Zügelhilfen, mehr oder weniger, Nachdruck. Eine Faustregel besagt das zwischen Nasenriemen und Nasenrücken bzw. Unterkiefer und Kinnriemen soviel Platz sein sollte das 2 Finger dazwischen geschoben werden können.
Die Verschärfung der Zügelführung durch ein Reithalfter kann bei harter Zügelführung zu Folge haben, das der Unterkiefer eingeklemmt, die Zunge gequetscht und die Laden wund gescheuert werden.

Englisches Reithalfter Englisches Reithalfter Mexikanisches Reithalfter Mexikanisches Reithalfter
       
Hannoversches Reithalfter Hannoversches Reithalfter Kombiniertes Reithalfter Kombiniertes Reithalfter
       
Bügelreithalfter Bügelreithalfter    

Westernzäumung

Ein guter Horseman wird die Zäumung individuell auf sein Pferd abstimmen.
Die Anfangsausbildung erfolgt meist mit dem Bosal und einem Trensengebiss (Snaffle-bit). Für den Übergang auf die Kandare wird oft ein gebrochenes Trensengebiss mit beweglichen Hebelanzügen und Kinnkette (Snaffle with shanks), das ähnlich einer Pelhamtrense ist, gewählt.
Aufgrund der lockeren Zügelführung beim Westernreiten wird das Pferdemaul dadurch nicht, oder nur kaum, behelligt. Bei fortschreitender Ausbildung folgt die blanke Kandare mit Kinnriemen (Curb-bit).
Werden Bosal und Snaffle-bit mit beidhändiger Zügelführung genutzt, wird die Kandare nur mit einer Hand bedient.
Eine der Zügelhilfen ist das Neckreining (zu deutsch Halszügel), also anlegen des Zügels an den Hals des Pferdes, welches dann reflektierend zur Gegenseite ausweicht. Diese "Lenkhilfe" ist für das Pferd sehr Maulschonend. Die Kandarenführung läßt keine einseitigen Zügelhilfen zu.

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Last Update: 06-Jul-2009
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