Wissenswertes
Reitstile

Hier geht es zu den Disziplinen der Westernreitweise.Die Western ReitweiseDie Westernreitweise entwickelte sich aus der Arbeit mit den riesigen Rinderherden im Westen Nordamerikas. Diese anstrengende Arbeit setzt Pferde voraus die sehr Leistungsstark und absolut Gehorsam sind. Die Nachkommen der spanischen Eroberer brachten den iberischen Reitstil nach Amerika.
Kalifornischer Reitstiel. Einhändige Zügelführung in der linken  Hand. Die Hand sollte aufrecht stehen.Am Zusammenschluss der Zügel ist die mindestens 40cm lange Romal angebracht. Die Pferde reagierten bei einhändiger Zügelführung auf feinste Gewichtshilfen, gingen sehr versammelt mit weit untertretenden Hinterbeinen. Diese Fähigkeiten waren für die Arbeit mit den Rinderherden unbedingt erforderlich, erlaubten sie doch die schnelle Wendung auf der Hinterhand, schnelle Sprints und plötzliche Stops.
Anders aber wie in Spanien wurden die Rinder hier wegen dem Fleisch gezüchtet und waren weniger angriffslustig als die spanischen Stiere, so wurde der Reitstil und die Ausrüstung diesen neuen Gegebenheiten angepaßt.
Auch Einwanderer aus England kamen in das Neue Land, deren Pferde waren aber weniger gymnastiziert. Schnell erkannte man das der Reitstil der Spanier dem eigenen bei der Rinderarbeit weit überlegen war. So entwickelte sich ein Reitstil der einige der iberischen Elemente übernahm, sich ansonsten aber an der erforderlichen Arbeit orientierte.

Texas Stil. Einhändige Zügelführung, bei fest geschlossenener Hand. Der Daumen liegt oben auf den Zügeln. Diesen Reitstil nennen wir Texas Style. Die Ausrüstung wurde angepaßt, der Sattel bekam einen zweiten, hinteren, Gurt (Double Rigged Saddle) damit er sich nicht abhob wenn das Vieh mit dem Lasso am Sattelhorn befestigt wurde.
Geritten wurde überwiegend mit einer Kandare, typisch waren auch die Split Reins (geteilte Zügel deren Enden nicht miteinander verbunden sind). Texanische Stangengebiss mit Hebelzügen.
Der weiter im Westen praktizierte Reitstil hielt sich aber mehr an die Vorgaben der iberischen Reitweise. Die Pferde erhielten eine wesentlich längere Ausbildung was dazu beitrug das sie wesentlich versammelter waren und mit mehr Aufrichtung gingen. Diesen Reitstil nennt man California Style.
Die Sättel in diesem Reitstil waren feiner gearbeitet und hatten nur einen Sattelgurt, der Sitz war tiefer und kürzer wie bei den Sätteln welche man beim Texas Style nutzte.
Die Pferde wurden mit dem Bosal (eine Gebisslose Zäumung) ausgebildet, als Zügel diente die Mecade, ein aus Mähnenhaar geflochtenes Seil.
Das fertig ausgebildete Pferd wurde dann auf Kandare geritten, es wurden geschlossene Zügel benutzt.

Heute, wenn wir vom Westernreiten reden, ist meist der Texas Style gemeint, er hat sich am besten durchgesetzt. Es ist eine reine Gebrauchsreitweise, mit einhändiger Zügelführung und kurzen Signalartigen Zügel-, Gewichts- und Schenkelhilfen.Da aber auch der dressurmäßig gerittene California Style seine Anhänger hat ist er uns bis heute erhalten geblieben.
Das Pferd: Die Cowboys der Neuen Welt fingen sich ihre Pferde anfangs aus den großen Mustangherden (verwilderte Nachfahren der von den Spaniern mitgebrachten Pferden). Sie brauchten ein Pferd mit Gespür für das Rind, ein Pferd mit dem "Cow Sence".
Die sicherlich bekannteste Rasse ist das Quarter Horse. Das Quarter Horse hat durch die Beteiligung der von den Engländern und Franzosen mitgebrachten Pferden an der Zucht einen sehr hohen Vollblutanteil. Den Namen hat es von den Viertelmeilen Rennen (Quarter), es ist auf dieser Distanz auch heute noch das schnellste Pferd der Welt. 1940 gründete man dann die A.Q.H.A. (American Quarter Horse Association).

Das heutige Zuchtziel ist ein Pferd von 145 - 154 Zentimeter Widerristhöhe, mit kurzem Kopf, breiter Stirn, großen Augen und kleinen Ohren. Es soll einen ausgewogenen, muskulösen und kräftigen Körper haben, die Schulter sollen schräg sein und die Röhren kurz. Die Hinterhand sollte gut gewinkelt, die Sattellage kurz und gut bemuskelt sein. Das Quarter Horse stellt die stärkste Pferderasse der Welt, gemessen an der Population und Verbreitung.
Ein bunter verwandter der Rasse ist das Paint Horse. Es handelt sich hier ebenfalls um Quarter Horses, aber Ihre Fell Zeichnung geht weit über die im Zuchtbuch der A.Q.H.A festgehaltenen Angaben hinaus. Diese Rasse wird betreut durch die A.P.H.A. (Amercian Paint Horse Association).
Die gescheckte Fellfärbung der Paints wird unterschieden in Overo und Tobiano.
Ein weiterer Vertreter der Westernpferde ist der Appaloosa. Diese Pferde, mit dem einzigartigem Muster, hatten die Spanier einst mit nach Mexiko gebracht. Die Nez Perce Indianer waren es die sich am meisten mit dieser Rasse beschäftigten, ihre gesamte Lebensweise änderte sich durch die Begegnung mit dem Appaloosa.
Der Appaloosa zeichnet sich besonders durch Mut, Gehorsam und Schnelligkeit aus.
Die Nez Perce Indianer bauten eine wunderbare Pferdezucht auf, leider war diese fast vom aussterben bedroht als die Indianer später in Reservate zurück gedrängt wurden.
Erst 1938, durch die Gründung des Appaloosa Horse Club, erlebte die Rasse einen neuen Aufschwung so das sie heute zur drittgrößten Pferderasse der Welt zählen.
Es handelt sich beim Appaloosa um ein Quadratpferd das zwischen 147 bis 162 Zentimeter groß ist. Die Fellzeichnungen beim Appaloosa unterteilt man in 6 Grundgruppierungen: Spotted Blanket (= gefleckte Decke), White Blanket (= weiße Decke), Marble oder Roan (= Marmor- oder Stichelhaarig), Leopard (= Tigerschecke), Snowflake (= Schneeflocke) und Frost or Spotted Hip (= Frost o. gefleckte Kruppe).

Die Kleidung: Für die Teilnahme an Wettkämpfen gelten Kleidervorschriften, Westernhut und Westernstiefel ( Boots) gehören immer dazu, genau wie das langärmelige Hemd und evt. eine Jacke. Für das Reiten im Gelände ist es sinnvoll sich an der Arbeitskleidung der Cowboys zu Orientieren, Chaps um die Beine zu schützen, der lange gewachste Mantel trotzt jedem Regenschauer und schützt im Winter, mit Felleinlage, vor der Kälte.Die Ausbildung: Das Westernpferd lernt dem Schenkel zu weichen. In Wendungen verlagert der Reiter sein Gewicht nach innen und tritt in den inneren Steigbügel, dabei legt er den äußeren Schenkel zurück an den Pferdekörper. Die Zügelführende Hand schwenkt nach innen, so dass der äußere Zügel an der
Außenseite des Pferdehalses anliegt (Neck-Reining). Die Hilfe zum Angaloppieren erfolgt durch die Belastung des inneren Steigbügels und anlegen des äußeren Schenkels an den Pferdekörper.
Ein gut ausgebildetes Westernpferd gehorcht aufs Wort und reagiert blitzschnell auf die Kommandos (Signale) seines Reiters.
Grundsatz eines Westernreiters ist es sein Pferd nur mit einer Zäumung zu Reiten die es gerne annimmt!
Der Sitz
Beim Reiten im Westernstil sitzt der Reiter gerade und entspannt mit fast gestreckten Beinen im Sattel. Die Unterschenkel liegen nicht, wie in der klassischen Reitweise, am Pferdekörper, sondern sind in natürlicher Weise nach vorne verschoben.
Allgemeines
Aus dieser Arbeit der Cowboys mit den Pferden hat sich heute eine beliebte Freizeitreitweise entwickelt die immer mehr Anhänger findet. Bei verschieden- artigen Wettbewerben messen sich Pferd und Reiter in den einzelnen Disziplinen.
Hier geht es zu den Disziplinen der Westernreitweise.

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Last Update: 06-Jul-2009
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