Wissenswertes
Reitstile

Das WanderreitenEin Wanderritt ist sicherlich die älteste Art der Fortbewegung zu Pferd. Sicherlich der längste Wanderritt der alten Geschichte war der Ritt der Söldner, geführt von Xenophon (Reitoberst 430 - 354 vor Christus) über eine Strecke von 5 500 Kilometer.
Wer lange Strecken über mehrere Tage oder Wochen mit seinem Pferd zurücklegen möchte der braucht einen Reitstil der seine und die Kräfte seines Pferdes schont.
Ich erlaube mir darum korrekt ausgeführtes Wanderreiten hier als eigenen Reitstil zu präsentieren.
Da auch der Wanderreiten sich nicht einfach von seinem Pferd durch die Gegend tragen lassen darf bedarf es einer soliden reiterlichen Grundausbildung. Die reiterlichen Hilfen müssen korrekt gegeben werden können und der Reiter in allen drei Grundgangarten Sattelfest sein. Der Sitz sollte bequem und sicher sein, Knie- u. Fußgelenke nicht zu stark angewinkelt. Tempo und Versammlungsgrad des Pferdes werden der jeweiligen Tagesetappe angepaßt. Es versteht sich von selbst das der Wanderreiter in schwierigem begehbarem Gelände, bei starken Steigungen, u. ä. Absitzt und sein Pferd führt. Kondition und Sitzfleisch sind für den Wanderreiter also von großer Bedeutung.
In der ersten Hilfe für Mensch und Pferd sollte er sich gut auskennen, das richtige Verhalten im Gelände (Rechtsgrundlagen), im Straßenverkehr, sowie das Tierschutzgesetz sollte er aus dem ff beherrschen.
Kleinere Hufbeschlagarbeiten, besonnenes verladen, und das mitführen von Handpferden sollte geübt sein. Stets ist zum Wohle des Pferdes die richtige Entscheidung zu treffen, auf die Bedürfnisse, Körperfunktionen und Verhaltensweisen des Pferdes muß er sich bestens einstellen können. Dies nennt man Horsemanship, eben mehr als nur Pferdeverstand.
Für jeden Wanderritt gilt es eine genaue Planung, Gepäckbeförderung, Futterbeschaffung, Unterkünfte usw., vorher durchzuführen.Das Pferd: Für das Wanderreiten eignen sich alle gesunden und robusten Pferde, gleich welcher Rasse sie angehören. Weitere Voraussetzungen sind das das Pferd leichtfuttrig sein sollte, Elektrozäune kennt und mit anderen Pferden problemlos auf die Koppel gestellt werden kann. Verkehrssicherheit,
Trittfestigkeit, leichtes Verladen, bequeme Gänge, Arbeitswille, Geduld und Nervenstärke sind weitere Tugenden die ein Wanderreitpferd mitbringen sollte.
Die Kleidung / Ausrüstung: Für kurze Strecken über wenige Tage dürfte der dem Pferd erstklassig sitzende vorhandene Sattel genügen. Bei längeren Touren empfehlen sich aber in jedem Fall Western- Stock- Vielseitigkeit- oder spezielle Trekkingsättel, diese sind wesentlich schonender zum Pferderücken und vom Reiter bequemer zu sitzen als ein Dressur- oder Springsattel. Die Sattelauflage sollte gut gepolstert sein, die Unterlage eines dicken Pads versteht sich von alleine. Gepäck wird immer nur so befestigt das es den Sattel, niemals das Pferd belastet. Als Zäumung kann alles genommen werden was das Pferd gerne annimmt und seine Atmung nicht einschränkt.
Eine gute Grundausrüstung besteht aus breiten, sicheren, Steigbügeln, Pferdedecke, Satteltaschen, Taschenlampe, Streichhölzer, Nähzeug, Kordel, Erste Hilfe Ausrüstung, Kartenmaterial, Kompaß, Beschlagwerkzeug sowie ein Reparaturset für das Leder.
Die Bekleidung sollte bequem und Atmungsaktiv sein. Für jedes Wetter geeignet. Die Ausbildung: Wie oben geschrieben kann für das Wanderreiten jedes gesunde, robuste und gut trainierte Pferd eingesetzt werden, sofern es die Anforderungen die an ein Wanderreitpferd gestellt werden erfüllt. Es spielt also keine Rolle ob das Pferd nun eine Western- Iberische- oder andere Ausbildung erhalten hat.

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Last Update: 06-Jul-2009
© 2001 - 2009 Hartmut Götze