Wissenswertes
Klassisch

Die moderne klassische ReitweiseVorweg, alle Reitweisen vereint die harmonische Übereinstimmung zwischen Pferd und Reiter! Gleich welcher Reitstil, der Reiter muß es lernen sich dem Bewegungsrythmus des Pferdes anzupassen. Da viele Freizeitreiter ihre Ausbildung in einem klassischen Dressurstall beginnen soll auch dieser Reitstil hier die verdiente Achtung finden.
Nicht alles was sich Reitstall nennt ist auch ein geeigneter Ausbildungsbetrieb für Reitanfänger, wer sicher gehen will sollte einen FN geprüften Reitstall oder eine FN geprüfte Reitschule aufsuchen.In diesen Reitställen wird die moderne Dressurreitweise gelehrt, modern wird diese genannt weil sie sich von der klassischen Reitweise abhebt. Beide bauen jedoch auf den gleichen Grundlagen auf.
Als Vater der Dressurreitweise kann man den Reitmeister "Francois Robichon de la Gueriniere" nennen. Auf das von ihm entwickelte Lehrsystem stützen sich die bedeutendsten Reitinstitute wie die Spanische Reitschule in Wien, das Catre Noir in Frankreich und die Königlich-Andalusische Reitschule in Jerez.
Die Grundausbildung beginnt mit dem richtigen Sitz, das Schulpferd wird meist mit Trensenzäumung geritten. Es werden die einzelnen Grundgangarten gelehrt, dabei wird zwischen den verschiedenen Tempi unterschieden. Diese Tempi in den einzelnen Grundgangarten sind:
Mittelschritt - starker Schritt - versammelter Schritt
Arbeitstrab - starker Trab und versammelter Trab
Arbeitsgalopp - starker Galopp und versammelter Galopp
Selbstverständlich geschieht dies alles auf den entsprechenden Hufschlagfiguren die im Laufe der Ausbildung einstudiert werden.
Mit einer soliden Grundausbildung steht dem Weg in ein abwechslungsreiches Reiterleben nichts mehr im Wege, gleich welchen Reitstil wir einmal bevorzugen werden, der Grundstein ist gelegt.
Das Pferd: Die meisten Pferde eignen sich für die Dressurarbeit, selbst Shire Horse oder Shetland Pony können bei Dressurprüfungen der Eingangsstufe (E) und der Anfängerstufe (A) erfolgreich sein.
Losgelassenheit in der Dressur
Für die weitergehenden Prüfungen in den Klassen L, M und S muß das Pferd einen höheren Ausbildungsstand haben. Hier wird der Sportliche Typ des Warm- oder Vollbluts bevorzugt. Das Stockmass sollte 165 cm oder mehr betragen.
Das Sportpferd steht im "Rechteckformat" und hat einen langen, geschwungenen, Rücken. Die Schulter sollte schräg sein, der Hals lang und gut aufgesetzt. Dies ermöglicht es dem Pferd die raumgreifenden und federnden Gänge zu entwickeln.
Ein kleiner Ausflug in die traditionelle klassische Reitweise:
Einer der großen Namen die sich mit dieser Reitweise verbinden lassen ist
Antoine de Luvinel.
Einer seiner Bewunderer war oben erwähnter Francois Robichon de la Gueriniere. In der spanischen Reitschule in Wien wird diese klassische Reitweise, die ihren Ursprung in der Jagd und den frühen Kriegen hatte, noch heute im reinsten Stil gepflegt.

Die Spanische Reitschule in Wien verwendet dafür nur Lipizzaner, wohingegen die Ecole Nationale d´Equitation in Frankreich Anglo-Araber dafür einsetzt und die Real Escuela Andaluza del Art Ecuestre nur P.R.E. Hengste (P.R.E. = Pura Raza Espanol, Pferd rein spanischer Rasse).

Das rechte Bild zeigt den 9-jährigen Zeus II, einen P.R.E. Hengst im Besitz von Boris Becker, in Ausbildung bei
Marc de Broissia, in der Piaffe ohne Reiter.

Zeus II in der Piaffe ohne Reiter
Wie schon erwähnt sind die Wurzeln der klassischen Reitkunst in der Jagd und den Kriegen zu finden. Die Reiter brauchten ein Pferd welches auf kleinste Hilfengebung sofort reagierte, dies war oft entscheidendüber Leben oder Tod. Diese Pferde wurden sehr sorgfältig gepflegt und waren ein kostbares Gut das es über Jahre zu erhalten hieß.
So entwickelte sich eine natürliche, in Leichtigkeit anzuschauende Reitweise mit unsichtbarer Führung und sehr zufriedenen Pferden.
Die Ausbildung dieser Pferde dauert wesentlich länger wie die in der heutigen modernen Dressur. Ganz schonend wurden die Pferde auf die späteren Aufgaben vorbereitet. Stets bestimmt das Pferd die Dauer der Ausbildung - nie der Reiter.
Es steht die Entwicklung taktreiner, losgelassener Grundgangarten im Vordergrund. Durch die gymnastische Durchbildung (Hohe Schule) wird das Pferd immer mehr in die Lage versetzt einen enormen Versammlungsgrad anzunehmen und beizubehalten.
Dies ist ein bedeutendes Merkmal der klassischen Reitweise!
Die Hanken werden sehr tief gebeugt, die Rückenmuskulatur gut ausgebildet.
Daher erfolgt eine gute Gewichtsverlagerung auf die Hinterhand.
Bei den Anhängern der klassischen Reitkunst hat die Arbeit des Pferdes an der Hand eine sehr Hohe Bedeutung. Hierbei werden dem Pferd auch die Lektionen über der Erde, Levade, Croupade, Courbette und Capriole beigebracht.

Die Pferde: Für die gymnastische Grundausbildung sind alle Pferde geeignet, verlieren wir nie aus den Augen das diese Übungen eigentlich dazu dienten ein gehorsames Pferd im Gelände zu haben. Die fortgeschrittenen Lektionen der Hohen Schule fallen natürlich kräftigen Pferden mit guter Aufrichtung und starker Hinterhand leichter. Eines dieser Pferde ist das P.R.E., aber auch der Lipizzaner, Lusitaner und der Friese eignen sich bestens für diese Ausbildung.

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Last Update: 06-Jul-2009
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