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Wissenswertes
Iberisch |
| Doma
Vaquera. Schritt für Schritt zur spanischen Arbeitsreitweise. Brigitte
Millan-Ruiz Preis: € EUR 30,57 |
| Die iberische ReitweiseDer iberische Reitstiel entwickelte
sich aus der Jagd auf die Ur- und Auerochsen. Daher wurde ein wendiges
und mutiges Pferd gebraucht. Körperbau und auch die Schulung des
Pferdes spielten dabei eine große Rolle. Das Pferd muß sich in einem hohen Grad Versammeln können um die erforderlichen Lektionen, schnelle, kurze Drehungen auf der Hinterhand, ausführen zu können. Die Zügelhilfen standen im Hintergrund da die Jäger mit Lanzen oder Speeren ausgerüstet waren und die Hände für die Jagd brauchten. Die Hauptaufgabe war aber die Arbeit mit den Stierherden. Die spanischen Rinderhirten nennen wir Vaqueros. Schon damals fanden die adligen gefallen an dem Kampf auf Leben und Tod zwischen Pferd/Reiter und Stier, die Stierkämpfer werden Rejoneador genannt. Die Pferde welche für den Stierkampf vorgesehen sind werden in der klassischen Dressur bis zur Hohen Schule ausgebildet. Im Picadero lernen sie dann mit einer Attrappe den Angriff, danach werden Ochsen und später weibliche Jungtiere für das Training eingesetzt. Heute unterscheiden wir die iberische Reitweise in zwei Versionen: Die Doma Vaquera und die Alta Escuela. Erstere hat ihren Ursprung in der Arbeit der Viehhirten, da die Arbeit nicht ungefährlich ist verlangt sie vom Pferd, Mut, Leistungsbereitschaft und absoluten Gehorsam. Pirouetten, Schritt- u. Galopptraversalen, fliegende Wechsel, Sprints, plötzliche Stops sowie blitzschnelles Rückwärtsrichten gehören zu den Standartanforderungen an diese Pferde. Die Alta Escuela ist die Hohe Schule der Reitkunst. Diese in der klassischen iberischen Reitweise ausgebildeten Pferde beherrschen die schwierigsten Lektionen auf und über der Erde: Ob Piaffe, Pirouette, Passage, Traversalen, Levade sowie die Schulsprünge. Die auf der iberischen Halbinsel praktizierte Hohe Schule wird Doma classica genannt.
Viele Monate wird es dann mit einem Kappzaum (Serreta) longiert, bevor das erste mal ein Reiter auf seinem Rücken Platz nimmt. So hat es bereits Muskulatur aufgebaut und lernt die Hilfengebung des Reiters ohne Zwang. Im Verlauf der Ausbildung wird in die Serreta ein Trensengebiss eingeschnallt, dies dient der Schonung des Mauls. Hat das Pferd gelernt auf einfache Zügelhilfen zu reagieren wird auf die Kandare mit Unterlegtrense umgestellt. In der Doma Vaquera wird auf blanker Kandare (keine Unterlegtrense) geritten. Die spanischen Pferde haben ein gutes Gedächtnis und sind sehr sensibel, gutes Einfühlungsvermögen ist darum bei der Ausbildung unerläßlich. |