Wissenswertes
Kommunikation der Pferde

Das Pferd beherrscht zwar keine Sprache in unserem Sinne, ist aber durchaus in der Lage mit seinen Artgenossen auf vielfältige Weise zu kommunizieren. Ein guter Horseman versteht es ebenfalls die Signale seines Pferde in "gesprochenes Wort" umzusetzen. Er achtet auf das Spiel der Ohren, Gesichtsausdrücke,die Bewegung einzelner Muskeln und erkennt was das Pferd ihm mitteilen möchte.Außer diesen Signalen beherrschen die Pferde auch eine Vielzahl von Lauten, mit denen sie ihre Gefühle vermitteln.
Selbst durch Gerüche schließt das Pferd auf die Verfassung anderer Pferde oder sogar des Menschen.
Horseman Hartmut mit einem Fohlen von Dr. Meyer (IWEST) Ein Fohlen welches unbekümmert und ohne Angst dem Menschen begegnet. Es ist vorsichtig und aufmerksam, zeigt aber keinerlei Anzeichen von Scheu.
Die Signale:
Ein dominierendes Pferd zeigt dies durch eine eindrucksvolle Darstellung seiner selbst. (Hochgestellte, meist nach vorne gerichtete, Ohren, tänzelnder Gang und hochgestellter Schweif sind ein Ausdruck dafür.
Nach unten hängender Kopf, zur Seite abgeknickte Ohren, und ein klein wirkendes Pferd, weisen meist auf ein demütiges,unzufriedenes oder kranken Pferd hin.

Ausdruck eines zufriedenen und aufmerksamen Pferdes. Aufmerksamen und anscheinend zufriedenes Pferd Gebärden eines aggressiven, drohenden, Pferdes.
Agressives Pferd, es zeigt deutlich seinen Unmut und seine Angriffslust

Nach hinten angelegte Ohren, die Haut im Gesicht scheint stramm gezogen, das Maul ist offen, die Nüstern sind gerümpft, hier ist Vorsicht geboten. Das Pferd ist verärgert, im höchsten Masse gereizt und könnte gleich austreten.
Wenn Du dieses verhalten, begleitet mit kräftigem Schweif schlagen (hin und her), beim Reiten beobachtest ist dein Pferd sehr unzufrieden. Vielleicht hat es sich über ein anderes Pferd in der Gruppe geärgert, oder Sattel, Zaumzeug u. ä. sitzen nicht richtig.
Das Verhältnis zwischen Mensch und Pferd ist eigentümlich und von fast unbeschreiblicher Natur. Wir können nicht begründen warum ein Mensch und ein Pferd Freunde werden - immer ist das was wir "die Chemie stimmt" nennen, mit im Spiel.
Die ersten Sekunden einer Begegnung zwischen Mensch und Pferd, wie auch zwischen Mensch und Mensch, sind oft von größter Bedeutung für eine partnerschaftliche Zukunft. Wenn Du einem fremden Pferd begegnest bleibe in einiger Entfernung stehen damit es dich betrachten kann, dann gehe mit herunterhängenden Armen auf es zu und laß es Deinen Geruch wahrnehmen.
Nun erst solltest Du beginnen es langsam und sanft zu Kraulen (nicht das typische geklopfe, dies entspricht nicht dem natürlichen Verhalten der Pferde.)
Vielleicht hast Du nun einen neuen Freund fürs Leben gefunden!
Horsegirl Miki mit No-Limit einem 7 jährigen Nimroy nachkommen.
Du solltest lernen diese Signale des Pferdes zu verstehen und herausfinden was das Unwohlsein verursacht.
Die Laute:
Die Laute der Pferde haben eine Bandbreite die vom sanften Wiehern bis zum markerschütternden Schrei reicht.
Das Wiehern ist ein hochfrequentes und vibrierendes Geräusch, es wird genutzt um herauszufinden ob andere Pferde in der Nähe sind.
Ein leises, sehr sanftes, Wiehern wird genutzt um einen Freund, dies kann durchaus der Reiter oder Pfleger sein, zu begrüßen.
Hinzu kommt das ausdrucksstarke Wiehern, zum Beispiel wenn Futter gebracht wird.
Kurzes scharfes Wiehern kann darauf hindeuten das das Pferd Schmerzen hat, sind aber oft auch Anzeichen von Übermut.
Die Gerüche:
Der Geruch den ein Pferd verströmt wird zwar von uns wahrgenommen, kann aber im einzelnen nicht gedeutet werden, dazu sind unsere Nasen nicht empfindlich genug.
Flehmendes Pferd, die intensivste Art einen interessanten Duft aufzunehmen
So erkennt das Pferd am Geruch einen ängstlichen Menschen sofort (Produktion von Adrenalin). Zwei Dinge können in einer solchen Situation eintreten:
  1. Das Dominante Pferd wird sich in der Übermacht fühlen und die Wünsche und Befehle des Menschen übergehen.
  2. Ein unterwürfiges Pferd wird durch die Angst des Menschen stark verunsichert, es findet keinen Halt in "seinem Menschen", und wird mit aller Wahrscheinlichkeit sehr nervös werden.
Bei dem Herdentier Pferd gibt es, wie oft in der Natur, einen Anführer an der Spitze und die Mitläufer am Ende. Die meisten Pferde sind eher untergeben und nehmen die Führung durch den Menschen (Trainer / Reiter) gerne an und ordnen sich diesem unter. Die Pferde aber mit Führungsqualitäten brauchen eine feste Hand und einen erfahrenen Ausbilder / Reiter. Nur diesen werden sie akzeptieren und ein partnerschaftlichen Verhältnis mit ihm eingehen. Weder der weiche, er wird beherrscht, noch der herrschsüchtige Mensch, er wird bekämpft, haben bei einem Dominaten Pferd gute Aussichten auf eine Harmonische Partnerschaft.
2 Stuten und Fohlen von Frau Dr. Meyer (IWEST) Als gesellige Herdentiere können wir die Pferde richtiger Weise bezeichnen. Sie leben gerne zusammen, bestehen aber auch auf ihre Freiräume. Nur Muttertiere mit ihren Fohlen und enge Freunde kommen sich immer wieder sehr nahe.

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Last Update: 06-Jul-2009
© 2001 - 2009 Hartmut Götze