Wissenswertes
Die Hilfengebung

Das "ABC" der Reiterei, sind die "Hilfen"  in english

Um unserem Pferd unsere Wünsche zu übermitteln, wenden wir "Hilfen" an. "Hilfen" sind das "Vokabular" der Sprache, die dem Pferd im Laufe seines Trainings beigebracht wird. Eine korrekte Schulung des Pferdes und präzise und gleichbleibende "Hilfen" -Gebung des Reiters ist daher wichtig, um Mißverständnisse so weit wie möglich auszuschließen und um eine gleichbleibende -fast instinktive - Reaktion des Pferdes zu erreichen.

Der Prozeß zur vollendeten Kommunikation und des athletischen Trainings des Pferdes  kann viele Jahre dauern, aber wir als Reiter und Partner/Lehrer des Pferdes dürfen niemals vergessen, daß auch wir Körper und Geist fit halten müssen, so daß wir echte "Hilfen" geben und nicht etwas, was vom Pferd als  "Störungen" empfunden wird.
Wir haben fünf fundamentale Natürliche Kommunikations-möglichkeiten, um unserem Partner, dem Pferd, mitzuteilen in welchem Tempo, in welcher Richtung und in welcher Haltung wir uns mit ihm fortbewegen möchten. Diese fünf fundamentalen "Hilfen" oder Zeichen werden überwiegend in einer Kombination miteinander und progressiv vermittelt, um die gewünschte Reaktion zu erzielen.
 
I.   VERSTAND
  • Präparation, Vorausplanung, 
  • Einfühlung, Verständnis für das andere Lebewesen und seiner Fitneß, seiner Fähigkeiten, seines emotionellen und körperlichen Zustandes,
  • Bewußtsein, Einschätzung und Erkenntnis der Umgebung und anderer äußerer Einflüsse.
II.  VERBALE HILFEN
  • Tonfall  (sanft, lobend, beruhigend, kurz, scharf, bestrafend, anregend),
  • Ausdruck (bestimmte Worte oder Wortkomandos, wie "Scheeerittt", oder  "Galopppp!" oder "Guuut" oder "Steh!"  etc.,                     
  • Lautstärke,                            
  • Zunge schnaltzen oder ähnliches,
  • verbale Hilfen sind außer"touch" (Berührung) die ersten Hilfen, die einem jungen Pferd beigebracht werden. 
 III.  GEWICHTSHILFEN      

Anwendung bei:

  • Position,Haltung,                        
  • Balance,                           
  • Gewichtsverlagerung,
  • einladend, erleichternd,
  • treibend,                           
  • einschränkend,
  • analysierend,                           
  • erlaubend.
IV.   SCHENKELHILFEN        

Anwendung bei:  

  • Position, Präzision,                             
  • Stärke und Dauer der Einwirkung,
  • Ruhend,                             
  • Haltend,                             
  • Lenkend,                            
  • Treibend,                             
  • Lateral / seitwärts weichend,                           
  • Biegung / Geradestellung,                             
  • Einfluß auf Hinterhand.
V.    ZÜGELHILFEN            

Anwendung bei:   

  • Gefühl  (!)                              
  • Haltung  (ruhig)
  • Kontakt                              
  • Gebend                              
  • Erlaubend                              
  • Einladend                              
  • Verhaltend                              
  • Einschränkend 
  • Richtung
  • Paraden (1/2)
  • Einfluß auf Vorderhand

Zügelhilfen sollten niemals allein gebraucht werden, sondern mit FEINGEFÜHL UND TAKT im Zusammenhang mit den oben erwähnten Hilfen!Wir dürfen niemals vergessen daß "harte" oder "unruhige" Hände und steife Arme direkten Einfluß und Schmerzen auf den empfindlichen, zahnlosen Teil, des Pferdekiefers ausüben.

Ein guter Reiter kann alle Hilfen unabhängig voneinander, jedoch in Harmonie miteinander anwenden, ohne das Pferd in seinem Bewegungsablauf zu stören.

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Last Update: 06-Jul-2009
© 2001 - 2009 Hartmut Götze