Wissenswertes
Der Pferdehuf
Wir pflegen unsere Füsse, denn auf kranken und schmerzenden Füssen möchten und können wir nicht laufen. Für das Pferd ist ein gesunder und schmerzfreier Huf von ebenso großer Bedeutung. Das Heute überwiegend in Boxen/Weiden Kombination gehaltene Pferd hat nicht mehr die Möglichkeit zur natürlichen "Hufpflege, darum sind wir dafür verantwortlich. Stete Kontrolle und regelmäßige Besuche des Hufschmieds liegen in unserer Verantwortung und sollten sehr ernst genommen werden!

Beschaffenheit des Hufes:
Pferdehufe haben eine sehr komplexe Struktur und reagieren empfindlich auf Druck und Überlastung. Sie sind hervorragend mit Nervenzellen und Blutgefäßen versorgt. Das vom Saumband, dem fleischigen oberen Rand des Hufes, wachsende Horn ( verhärtete Haut) schützt die Hufe von außen und unten.
Die harten äußeren Hornstrukturen sind im inneren des Hufes durch Haut- und Gewebeschichten fest mit den empfindlichen Teilen verbunden, die ihrerseits die Knochen des Fußes umgeben.
Beim Auffußen wird der Huf etwas flacher, Gewebeteile und Blutgefäße werden zusammengequetscht, das Blut im Bein wird nach oben in die Venen gedrückt, dort erreicht es eine Art Ventil das es am Zurückfliesen hindert.
Beim Abfußen fließt dann wieder frisches Blut in die Kapilaren. Der gesamte Vorgang wird auch Hufmechanismus genannt.
Für die Dämpfung der Erschütterung beim Auffußen sorgen Hufstrahl und Hufpolster.
Das Hufhorn wächst ständig nach, bewegt sich unser Pferd selten auf hartem Boden muß es regelmäßig gekürzt werden, da der natürliche Abrieb nicht vorhanden ist.
Ca. 6 Monate dauert es bis ein Huf sich komplett erneuert hat.

die Unterseite des Hufs
Querschnitt durch einen Huf

(1) unempfindliche Schicht
(2) emfpindliche Schicht
(3) deckende Haut.

Das Horn der Hufsohle ist sehr hart und schützt die Sohlenlederhaut . Der Strahl schiebt sich von der Hinterseite keilförmig in die Sohlenplatte. Der Strahl besteht aus leichtem Horn, das Wasser aufnehmen und daher aufquellen kann.

Darauf sollte man achten:
Die ständige Kontrolle der Hufe sollte zur Routine werden. Vor und nach jedem Ausritt, beim bringen zur und nach dem holen von der Koppel, sowie auch stets beim Putzen des Pferdes gehört eine gründliche Reinigung der Ober- und Unterseite des Hufes zur Pflege.
Das Pferd sollte immer auf möglichst sauberem und trockenem Untergrund stehen. Zuviel Nässe, feuchte Ställe und Ausläufe, führen zu Strahlfäule.
Sollte dies einmal vorkommen kann der Strahl mit Kupfersulfat behandelt werden, wichtig aber ist , das dieser vorher sehr gründlich gereinigt, und/oder von einem Hufschmied nochmals sauber beigeschnitten wird.

Kurz und bündig im Detail:
Der Strahl
Der Strahl muß gesund und kräftig entwickelt sein.
Beim Auffußen hat der Strahl Bodenkontakt.
Durch die Elastizität des Strahles werden Stoßwellen, die durch das Auffußen des Pferdes entstehen, teilweise abgefangen.
Der Strahl ist ein Tastorgan des Pferdes.
Durch ihn kann das Pferd den Boden fühlen.


Die Hufwand
Die Hufwand besteht aus Zehenwand, Seitenwänden, Trachtenwänden und Ballen.
Die Hufwand entspricht dem menschlichen Fingernagel.
Im übertragenden Sinne läuft das Pferd auf seinen Zehennägeln!
Sie sollte aus hartem, festen Horn bestehen und nicht spröde sein. Ebenfalls sollte sie in der Hufwand keine Ringe, Spalten oder ähnliches aufweisen.
Das Horn besteht aus ineinander verzahnten Blätchen, die dem Huf die nötige Festigkeit geben.
Die Hufwände tragen das gesamte Gewicht des Pferdes.
Nicht umsonst werden die Hufe deshalb beim Pferdekauf immer besonders genau begutachtet.


Die Trachten:
Niedrige Trachten, insbesondere in Verbindung mit steilen Fesseln, sind für Leistungspferde sehr bedenklich.
Ihnen fehlt die notwendige Federung.

Huf- und Fesselstand passen zueinander, wenn von vorn gesehen eine durch die die Mitte der Fessel gezogene Linie A nach unten verlangert die Mitte der Hufzehe trifft, wenn von hinten gesehen die Halbierungslinie des Mittelfußes in die Mitte der Ballengrube fällt, wenn von der Seite gesehen die Fessellinie parallel zu der Zehenlinie (die vordere Begrenzung der Zehenwand) verläuft.

Die von dieser Normalstellung abweichenden Hufstellungen sind annormal, soweit es sich nicht um rassetypische Merkmale handelt.


Die Sohle:
Sie ist konkav gewölbt und berührt den Boden nicht.
Die Sohle ist sehr stabil
Die sogenannte "weiße Linie", die den Huf umgibt, markiert die Stelle, an der die Hufwand beginnt.


Der Kronwulst:Der Kronwulst ist der Wulst, der den Übergang vom Horn zum Fell umgibt.
Er sondert eine Art von Lack ab, der den Huf vor zu großer Feuchtigkeit schützt.


Der Blutkreislauf:
Das Blut fließt im Fuß des Pferdes durch die Hauptmittelfußaterien und -venen.
Wenn der Strahl den Boden berührt, drückt er auf das Ballenkissen, wodurch das Blut wieder nach oben gedrängt wird.

Weitere Informationen im Reiterlexikon.

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Last Update: 06-Jul-2009
© 2001 - 2009 Hartmut Götze