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Aus dem Wildleben haben unsere Pferde
5 Gangarten.
Die Wildpferde verschiedener Klimazonen entwickelten
ein unterschiedliches Gangverhalten, das durch Auslese der Natur an
die jeweils herrschenden Umweltbedingungen angepaßt wurde.
Durch die züchterischen Eingriffe des Menschen, während
der Domestikation, wurden Erbanlagen vermischt, verdrängt oder
in spezieller Weise herausgezüchtet, so dass Hauspferderassen
mit Veranlagungen für 3, 4 oder 5 Gangarten vorkommen.
Schritt: Die typische Gangart bei der Nahrungssuche.
Das Pferd setzt gemächlich einen Huf vor den anderen, um in aller
Ruhe die Gräser und Kräuter aufzunehmen.
Trab: Eine Dauergangart die die Pferde auf festem,
ebenem Boden einsetzten um bei Wintereinbruch, oder sonstigem Futtermangel,
schnell wieder Weidegründe zu finden. (Der uns bekannte Renntrab
ist im Wildleben der Pferde nicht vorhanden.)
Passgang: Für das Pferd eine Dauergangart
bedingt durch die Umweltverhältnisse, aber auch um den Bewegungsapparat
zu entlasten. Ältere Pferde gingen im Passgang bei zunehmender
Steifheit der Gelenke. (Auch der Rennpass kam im Wildleben nicht vor.)
Tölt: War die Spaziergangart beim bewältigen
von schneereichen, gerölligen oder sumpfigen Abschnitten.
Gallopp: Diente nur der Flucht um Raubtieren
und anderen Notsituationen zu entkommen.
Tölt und Galopp sind die anstrengendsten,
naturgegebenen, Gangarten für ein Pferd.
Die heute vorhandenen Gangarten Renntrab,
Rennpass und Renntölt stellen extreme Leistungsanforderungen
an das Pferd und können als wiedernatürliche Gangarten bezeichnet
werden, die erst in der Domestikation, durch züchterische Selektion,
entstanden sind.
Das Pferd, als spezialisiertes
Lauftier, war also ständig in Bewegung, dies meist im Schritt.
Das Pferd besitzt, zum Beispiel bei der Flucht, eine enorme Schnelligkeit,
bereits Fohlen können einige Stunden nach der Geburt der Herde
folgen, nach nur wenigen Tagen sogar an einer notwendigen Flucht im
Galopp teilnehmen.
Da die Lauffunktion des Pferdes
für eine Bewegung nach vorne ausgerichtet ist, hat sich der Schwerpunkt
nach vorne verschoben, etwa kurz hinter den Widerrist.
Zur Seite hin haben die Gliedmaßen der Pferde nur wenig Spielraum.
Bewegungsablauf: Der Huf stemmt sich nach vorne ab, schwingt nach
vorn und fußt auf, der Raum zwischen den Hufabdrücken desselben
Hufes ergibt die Schrittlänge.
Die Schubkraft kommt aus den Hintergliedmaßen, während
die Vordergliedmaßen nur eine unterstützende Funktion haben,
es sei denn, das Pferd einen Hang hinauf klettern oder geht in einem
schweren Zug.
Alle Gliedmaßen wirken in der Vorwärtsbewegung zusammen,
aus deren zeitlich zueinander verschobenen Phasen entstehen die Gangarten.
| Während
des Bewegungsablaufes können zugleich drei, zwei oder auch
nur ein Huf(e) aufsetzen oder es kann eine vollkommene Schwebephase
entstehen. |
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