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In diesem Kapitel der Rubrik
Wissenswertes geht um den Umgang mit dem Pferd. Es werden allgemeine
Hinweise dazu gegeben, wichtig ist es jedoch seine eigenen Erfahrungswerte
zu sammeln, oder erfahrene Horseman / Horsegirl bei ihrer Arbeit zu
beobachten. Ihnen das richtige Verhalten in jeder Situation absehen,
wie es das Fohlen vom Muttertier absieht.
Nehmen wir als Grundlage das Verhalten
der Pferde in einer Herde untereinander, denn nur wenn wir diese Verhaltensweise
erkennen und verstehen, können wir die wichtige Rolle des Alphatieres
einnehmen.
Die ranghohen Pferde haben das
sagen, sie alleine bestimmen wann ein rangniederes Pferd, Fressen, Saufen
oder in ihre Nähe kommen darf.
Selbst den Futterplatz, das Futter allgemein, kann das Alphatier den
rangniederen Tieren jederzeit wegnehmen.
Nur wenn ein Pferd sich in der Rangordnung nach
oben kämpfen möchte stellt es die Autorität des Alphatieres
in Frage.
Dies bedeutet also für uns,
das wir die Stelle des Alphatieres einnehmen müssen. Nur dann wird
uns das Pferd akzeptieren, Gehorchen, Vertrauen, und unsere Signale
(Anweisungen) nicht in Frage stellen.
Diese Position
darf in keinem Fall durch Gewalt erreicht werden. Dies würde dem
Pferd Angst machen, was zu Vertrauensverlust führt.
Was bedeutet es nun für uns das
Alphatier zu sein?
Wir müssen uns jede
Geste, jeden Tonfall, während dem zusammensein mit dem Pferd genau
überlegen, besser gesagt sollten uns diese in "Fleisch und
Blut" übergehen. Wir dürfen dem Pferd niemals mehr erlauben,
als es das Alphatier einer Herde zulassen würde. Dies gilt es immer
zu bedenken, denn mit Kraft können wir gegenüber einem Pferd
nichts ausrichten und dies merkt es dann sehr schnell.
Schon ab dem Fohlenalter sollte
dem Pferd der Respekt vor dem Menschen beigebracht werden, der Züchter
oder Halter sollte darauf bedacht sein das Grundlegende Dinge wie spielerisches
"Zwicken", dies kann überaus schmerzhaft sein, erst gar
nicht aufkommen. Auch Dinge wie Hufe geben, Aufhalftern, Anbinden und
Führen sollten bereits früh geübt werden.
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Obwohl auf der
nur 50m entfernten Weide zwei gleichaltrige Spielkameradinnen warten
und Rufen (Wiehern), macht die junge, 2-jährige, Stute keine
Anstalten den Platz bei ihrem 'Alphatier' zu verlassen. Gelassen
bleibt sie stehen und wartet ab wie es weiter geht. |
Lass es Dir nie gefallen das
das Pferd (Fohlen) Dich anrempelt, auf Deine Füße tritt,
oder versucht Dich in der engen Stallgasse einfach zu überholen,
indem es Dich an die Wand drückt, oder aber einfach aus der Box
drängt obwohl Du in der Türöffnung stehst. All dies würde
Deine Autorität sofort untergraben, das Pferd Dich als Alphatier
nicht mehr akzeptieren.
Sobald es zu solchen "Untugenden"
kommt, sollten sofort Gegenmaßnahmen ergriffen werden. Das Alphatier
einer Herde würde sicherlich die Ohren anlegen, die Zähne
blecken oder den Hinterhuf heben um ein Austreten zu signalisieren wenn
die Versuche nicht unterbleiben. Wir als Mensch können uns sofort
wieder den nötigen Respekt verschaffen indem wir mit Hand oder
Ellbogen das Pferd "Knuffen" oder, meist ausreichend, die
Stimme erheben. Dies sollte genügen das Pferd wieder in seine Schranken
zu verweisen.
Bedenke
immer das ein Pferd fast fühlen kann was Du denkst. Besonders Angstgefühle
verändern unsere Körperhaltung und die Stimme, feinste Signale
die ein Pferd zu deuten weiß.
Sind wir uns der Sache die wir tun, oder von unserem Pferd verlangen,
absolut sicher so wird das Pferd dies sofort merken und erst gar nicht
versuchen unsere Autorität in Frage zu stellen.
Es gilt also:
Unsere Bewegungen müssen zielgerichtet, straff,
direkt und ohne Zögern sein. Kein eingezogenes Genick, kein schlurfender
Gang, oder herunterhängende Schultern.
Dies gilt bei jeglichem Umgang mit dem Pferd, gleich ob es sich um einfache
Dinge wie Hufeauskratzen, auf die Weide bringen, oder später das
Trainieren von schwereren Bodenlektionen handelt.
Pferde nehmen in der Regel eine Einteilung
in drei Gruppen vor:
- Alphatier = Respekt, Vertrauen
- Spielkamerad = Rollentausch
wenn es Spaß macht, anknabbern OK
- Rangniederes = Kein Respekt,
das Pferd kommt sich ranghöher vor
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Wir dürfen als 'Alphatier',
mit recht, die uneingeschränkte Aufmerksamkeit des rangniederen
Tieres in jeder Situation erwarten.
Auf dem Bild ist dies gut
zu erkennen.
Die 2-jährige Stute beobachtet jede der Bewegungen ihres
'Alphatieres'.
Bewegen sich die Hände
weiter nach unten, folgt sie der Bewegung mit dem Kopf, indem
sie diesen ebenfalls weiter senkt. Gleiches gilt für die
umgekehrte Richtung.
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Bist Du Dir noch unsicher im
Umgang mit dem Pferd, oder hast gelegentlich vor der Kraft des Pferdes
Angst, dann beobachte routinierte Horseman / Horsegirl bei Ihrer täglichen
Arbeit, oder besuche einen Fortbildungskurs.
Schon passiert?
Wenn das Pferd Dir schon eine Weile auf der Nase
rumgetanzt hat ist eine Korrektur schwieriger, als die richtige Erziehung
von Anbeginn an.
Leider kaufen sich viele, denen die Erfahrung fehlt, Fohlen oder noch
sehr junge Pferde. Diesen lassen sie dann, wie Eltern oft kleinen Kindern,
einfach zuviel durchgehen, es fehlt an Disziplin und Konsequenz in der
Aufzucht. Mag es noch lustig sein wenn ein 6 Monate altes Fohlen Dir
plötzlich die Vorderbeine auf die Schultern legt (oh schau mal
wie sehr es mich mag!), Du wirst dies sicher nicht mehr mögen wenn
Dein Pferd um Jahre älter ist und gute 500 Kilo auf die Waage bringt.
Durch diese falsche Aufzucht kommt es zu Machtkämpfen bei denen
Du sehr genau abschätzen solltest welche Reaktionen Du bei Deinem
Pferd provozierst, schließlich mußt Du mit dieser ja fertig
werden, um nicht noch weiter in der Achtung deines Pferdes zu sinken.
Ich weiß, dies ist leicht geschrieben. Aber halte Dir vor Augen
wie Du reagieren wirst wenn Dein Pferd dies oder jenes (zum Beispiel
einen Angriff) ausführen wird. Wie würdest Du Dich verhalten
wenn ein 550 Kilo schwerer Hengst sich vor Dir auf die Hinterbeine stellt?
Zurückweichen? Dann hat er sein Ziel schon erreicht, denn genau
das wollte er mit dem Steigen erreichen. Darum
lass es zu einer solchen Situation erst gar nicht kommen!
Leicht feststellen kannst Du den Dominanzverlust zum Beispiel beim Longieren.
Wenn Dein Pferd der Meinung ist sich ohne Aufforderung einfach umzudrehen,
nach innen zu kommen, Dir die Longe aus der Hand reist weil es einfach
geradeaus losstürmt, dann sind dies sichere Anzeichen dafür
das es Dich nicht "für voll" nimmt, sonst würde
es sich dies niemals erlauben.
Wer sich nicht absolut sicher ist sollte sein Pferd bei einem erfahrenen
Ausbilder korrigieren lassen.
Bedenke:
Wenn Du
Dein Pferd nicht von Anfang an daran gewöhnst das Du das Alphatier
bist, tust Du im keinen gefallen! Durch Deinen Dominanzverlust kann
das Pferd so schwierig und selber Dominant werden das es in schlimmen
Fällen nur noch mit Führkette, War Bridle oder ähnlichen
"harten" Ausrüstungsgegenständen korrigiert werden
kann. Korrektur heißt nicht "Brechen des Pferdes und seines
Willens", sondern behutsames (Vertrauen), aber konsequentes (Weg
zum Alphatier) angehen der Probleme.
Einige
einfache Übungen zur Festigung der Alphatier Position, Klick.
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