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In diesem Kapitel der Rubrik
Wissenswertes geht um die Ausbildung von Pferd und Reiter. Es werden
allgemeine Hinweise zur Ausbildung gegeben, unabhängig von der
angestrebten Reitweise oder der späteren Verwendung des Pferdes
in Freizeit oder Sport.
Die Ausbildung des Reiters am Beispiel
der Methode von Bruns & Behr:
Diese Ausbildung ist gerade beim Reitanfänger bestens
geeignet gleich ob er sich später für die Klassische-, Western-
oder Klassisch-Iberische-Reitweise entscheidet, ob er einmal auf das
Gangpferdereiten umsteigen oder lieber ein Freizeitreiter bleiben will.
Die Grundausbildung ist für alle die gleiche!
Freuen darf sich derjenige der
bereits in jungen Jahren Kontakt zu den Pferden bekommen hat und unbeschwert
und ohne Mißtrauen an die erste Reitstunde heranging. Doch auch
die Späteinsteiger haben keinen Grund an sich zu Zweifeln, schaffen
es kann jeder - wenn er nur will.
Erweckt wurde die Leichte Reitweise von den Reiterinnen Bruns &
Behr in Reken. Als dann 1977/78 das FS-Testzentrum, sicherlich eine
der schönsten Reitanlagen in Europa, seine Pforten öffneten
wurde dort nach dieser Lehrmethode die Ausbildung der Reiter vorgenommen.
Die Schulpferde sind sehr ausgeglichen da sie in Laufställen gehalten
werden und stets Zugang zu den Heuraufen haben. Bleibt ein Pferd einmal,
z. B. wegen Krankheit in der Box kann es seine Kameraden beobachten.
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Diese beiden zweijährigen
genießen noch das unbeschwerte "Arbeitsfreie" Leben
auf der Fohlenweide. Doch schon bald wird mit leichter Boden und
Longenarbeit begonnen.
Wichtig bei der Aufzucht von Pferden ist immer der soziale Kontakt
zu Artgenossen. Dies ist eine gute Voraussetzung für die spätere
Ausbildung. |
Das FS-Zentrum ist umgeben von unendlichen Weiden. Es
stehen dem Reitschüler Reitplatz, Reithalle, Ovalbahnen, das berühmte
Rekener Dach, ein Spiel-Trail-Springplatz, eine Galopp- und Töltbahn
ist ebenfalls vorhanden. Die Waldstrecken lassen sich schnell zu Jagdstrecken
mit entsprechenden Hindernissen umgestalten..
Man sollte sich immer den Leitsatz von Frau Bruns vor Augen halten:
Der Reiter sollte sanft mit seinem Pferd umgehen - damit auch das Pferd
sanft auf ihn reagieren kann!
Reken ist daher ein großer Anziehungspunkt für Reitanfänger
und zum bedauern vieler oft im voraus ausgebucht.
Nehmen wir als Beispiel den 12 Tage Anfänger Intensivkurs mit 6
Stunden täglichem Unterricht. Die ersten zwei Kurstage lernt der
Reitschüler den Umgang mit dem Pferd und dessen Zubehör, in
den Sattel kommt er an diesen Tagen noch nicht. Es wird ihm gezeigt
wie man eine Koppel betritt, wie man das Pferd heranholt und ihm das
Stallhalfter auflegt und es dann korrekt führt.
Es wird ihm erklärt wie das Fluchttier Pferd auf die einzelnen
und verschiedenen Umweltreize reagiert und wie die artgerechte Pferdehaltung
sein sollte.
Ab dem zweiten Kurstag steht dem Reitschüler ein Holzpferd zur
Verfügung, hierauf kann er in aller Ruhe, und vor allen Dingen
ohne Ängste, den korrekten Sitz die Hilfengebung, das richtige
Halten von Zügel und Gerte lernen ohne ein Schulpferd mit seinem
anfänglichen "gezappel" zu Nerven.
Eine weitere Besonderheit in Reken ist es auch das die Schulpferde an
den ersten Tagen einen Halsring oder ein Halfter tragen. Da schont das
empfindliche Pferdemaul und der Reiter lernt es so besser sich auf dem
Pferderücken auszubalancieren.
Dadurch wird die schlechte Angewohnheit sich am Zügel festzuhalten
weitgehend vermieden. Die Reitschüler lernen im Gleichgewicht zu
sitzen und durch feine Körperhilfen auf das Pferd einzuwirken.
Dir Reitanfänger werden im Entlastungs/Vorwärtssitz geschult
den auch der geübte Geländereiter anwendet. Dabei werden die
Steigbügel zwei Loch kürzer geschnallt als für den Vollsitz
. Dies führt dazu das der Reitschüler in der Leiste einknickt,
der Oberkörper wird dadurch aufgefangen damit Schulter, Knie und
Bügeltritt eine Linie bilden.
Dies schont nicht nur den Rücken des Pferdes sondern bringt den
Reiter auch über den Schwerpunkt des Pferdes.
Sobald die Reiter sicher genug sind und mit der Dressurarbeit beginnen
wird selbstverständlich der klassische Vollsitz eingenommen.
Nachdem der siebte Kurstag, Frei war, geht es am achten dann das erste
mal daran das Pferd mit Mundstück zu Reiten. Auch der erste Geländeritt
im Schritt erfolgt an diesem Tag. An den nächsten Tagen wird dann
im Gelände bereits in allen Gundgangarten geritten.
Aber auch was die Fütterung
und die Gesundheit betrifft stehen entsprechende Themen auf dem Ausbildungsplan
in Reken.
Am letzten Tag wird der Reitschüler auf die Reiterwelt außerhalb
des FS-Zentrum vorbereitet und mit der Kommandohaften Sprache der Reitlehrer
vertraut gemacht die in den meisten Reit- ställen / -schulen angewendet
wird.
Du hast nun gelesen in
Reken ist alles möglich, gleich welche Reitweise Du einmal bevorzugen
wirst. Es gibt dort auch viele Spezialkurse, wie Distanzreiten, Wanderreiten,
Reiten im Gelände, Springen nach der Chiron Methode, Dressurarbeit
und mehr. Auch die bekannte TTeam Methode von Linda Tellington-Jones
wird in Reken gelehrt.
Nun mußt Du nicht
unbedingt nach Reken fahren, diese universelle Reitschule diente mir
als Beispiel für die Ausbildung eines Anfängers. Viele Reitlehrer,
vielleicht auch einer in Deiner Nähe. Lassen sich in Reken Aus-
oder Fortbilden und unterrichten dann in ihren eigenen Ställen
nach dieser Methode von Bruns & Behr die übrigens beim Patentamt
eingetragen wurde.
Allen Reitanfängern,
ob Jung oder Alt, wünsche ich auf ewig viel Spaß mit unserem
Freund dem Pferd.
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