Wissenswertes
Sattelkunde

Der Westernsattel - Aufbau
Westernsattel


Der Westernsattel - Entwicklung
Der Western- oder Cowboysattel ist aus Haltbarkeits- und Bequemlichkeitsgesichtspunkten heraus entwickelt worden, abgesehen davon, daß er zugleich Werkzeug ist. Der Cowboy muß meistens den ganzen Tag im Sattel verbringen, der Sattel muß also möglichst bequem sein. Der Sattel wird höchster Beanspruchung ausgesetzt, er muß deshalb äußerst stabil sein.
Westernsättel wurden nach und nach für viele unterschiedliche Spezialgebiete gebaut, entsprechend der großen Vielfalt an Disziplinen im Westernreiten,
und es gibt ihn in sehr vielen Variationen.
Der Hauptvorteil des Westernsattels ist, neben seiner Stabilität und Bequemlichkeit für den Reiter, seine große Auflagefläche auf dem Pferderücken und die dadurch bedingte optimale Verteilung des Reitergewichts. Pferde, die unter Englisch-Sätteln oder schlecht passenden Westernsätteln Rückenschmerzen und Rückenprobleme bekommen haben, gehen unter einem gut passenden Westernsattel nicht selten wie befreit. Wie bei jedem anderen Sattel muß jedoch darauf geachtet werden, daß der Westernsattel optimal auf das Pferd paßt.
Ein anderer Aspekt ist, daß der Westernsattel aufgrund seiner Bauweise dem Reiter mehr Sicherheit bietet. Dazu tragen die schweren, großen Steigbügel nicht unerheblich bei, die keine Tendenz zum Herumflattern haben, immer an derselben Stelle hängen, eine gute Trittfläche bieten und dem Fuß erlauben, jederzeit leicht herausgezogen zu werden. Der Stocksattel - Aussehen
Stocksattel von vorne
Australische Stocksattel
Der Stocksattel - Entwicklung
Als die Engländer Australien ab 1790 besiedelten, brachten sie auch Pferde und die nötige Ausrüstung mit. Sie fanden einen weiten, wilden und unbesiedelten Kontinent vor, der so ganz anders als England war. Die Siedler fingen bald an die Sättel zu verändern. Um sie der Anforderungen der rauhen Wildnis anzupassen. Der Sattel, den sie entwickelten, befähigt Pferd und Reiter sich als eine Einheit zu bewegen. Der Reiter sitzt tief und sicher im Sattel, hat engen Beinkontakt zum Pferd, kann sich aber dennoch frei bewegen und bleibt in jeder Situation ausgesprochen gut ausbalanciert sitzen.
Ansicht Poleys und Übergurt (Surcingle) Die größte Veränderung, die die frühen Siedler am Sattel anbrachten waren die Kniestützen oder Poleys. Die Poleys zeigen ihren Wert speziell beim bergauf oder bergab reiten in jeder Art von steilem Gelände. Sie halten den Reiter aber auch absolut sicher im Sattel, wenn das Pferd scheut, buckelt, bei unerwarteten Kehrtwendungen oder abrupten Stops. Die Arbeit des australischen Stockman in der Wildnis Australiens ist extrem schwer. Er muß in jedem noch so unwegsamen Gelände stundenlang und manchmal tagelang absolut sicher und fest im Sattel sitzen. Stocksättel haben normalerweise kein Horn, da australische Stockman die Rinder nicht mit dem Lasso fangen. Sie benutzen lange Peitschen und Hunde, um die Rinder zu treiben.
Die Hauptanforderungen an diesen Sattel sind Bequemlichkeit für das Pferd und Sicherheit für den Reiter. Schmerzt dem Pferd der Rücken viele Meilen von der nächsten Siedlung entfernt, kann das einen langen Fußmarsch nach Hause bedeuten. Der Reiter sitzt in diesem Sattel und nicht darauf.
Unterseite eines Stocksattels Die Unterseite des Stocksattels besteht aus einem wollähnlichen Material, Serge genannt. Die einzelnen Fasern der starken Polsterung (bis zu 3,8 cm) sind hohl, dadurch wird die Luftzirkulation erheblich verbessert.
Die Kombination der verwendeten Materialien hält das Pferd in der Sattellage kühl und trocken, selbst bei langen, anstrengenden Ritten. Der 5 cm hohe Luftkanal, der über die ganze Länge des Sattels geht, dient ebenfalls als Kühlung. Traditionsgemäß befestigt der Australier den Stocksattel sowohl mit einem Sattelgurt, als auch mit einem zusätzlichen Übergurt (Surcingle). Der Surcingle liegt so über der Sitzfläche, daß er den Sitz des Reiters nicht beeinträchtigt. Dadurch wird der Stocksattel an zwei verschiedenen Punkten gesichert und kann nicht verrutschen.

Anmerkung des Authors:
Der australische Sattel wurde bei uns in den frühen 80er Jahren durch der Film "Der Mann von Snowy River" bekannt. Dieser Abenteuerfilm ist gespickt mit atemberaubenden Reitszenen. Insbesondere die, haarsträubende Szene, in der Tom Burlinson einen extrem steilen Berg hinunterjagt brachte dem Stocksattel massive Aufmerksamkeit. Wie kann ein Reiter so reiten, und was ist das für ein Sattel? Einfach ausgedrückt, das im Film gezeigte Gelände ist exakt der Grund für die Kreation und Evolution des australischen Stocksattels.

Der klassische Sattel - Aufbau

  Der Dressursattel ist ein flach gebauter Sattel mit langen, schmalen Sattelblättern, der dem Reiter einen Sitz mit nahezu gestreckten Beinen 'dicht am Pferd'und eine genaue, punktuelle Kreuz- und Schenkeleinwirkung ermöglicht. Er eignet sich, wie der Name schon sagt, vornehmlich für den Dressursport.
  Der Springsattel hat kurze weit nach vorn geschwungene Sattelblätter und stark aufgepolsterte Kniepauschen, teils auch Wadenpauschen, die der höheren Knielage des Reiters im leichten Sitz festen Halt gewähren.
Der Vielseitigkeitssattel ist eine Kombinationsform der beiden oben erwähnten Sättel, der sich für nahezu alle Reitsisziplinen eignet. Die Kniepauschen sind nicht so weit vorgebaut wie beim Springsattel, do dass sie auch dem Knie des gestreckten Beines halt geben. Andererseits ist die Form der Sitzfläche tiefer herausgearbeitet als die des flachen Dressursattel.
Je nach Herstellung hat dieser Sattel die Bezeichnungen:
VSS =
Vielseitigkeitssattel Schwerpunkt Springen
VSD =
Vielseitigkeitssattel Schwerpunkt Dressur
Weitere Sättel
Tölt- oder Isländersattel

Auch er ist sehr bequem für den Reiter zu Sitzen und verteilt das Reitergewicht gut auf dem Pferderücken.

Töltsattel
Ranonée Sattel

Der Französiche Ranonée Sattel ist ein bequemer Wanderreitsattel.

Ranonée Sattel
Camargue Sattel

Der Camargue-Sattel ist der Gebrauchssattel der Gardians (französische Stierhierten). In diesem Sattel findet man sehr viel Halt, kann aber auch nicht mehr wie einfach nur in ihm sitzen.

Camarguesattel

Dieser aus Portugal stammende Sattel wird seit langem auch in Spanien benutzt. Die Portugesa findet seine Anwendung meist beim Stierkampf und der Doma Classica (Hohe Schule).
"Vaquera" nennt sich der Sattel der spanischen Hirten.
Weitere in Spanien verwendete Sättel sind:
"Potrera", dient als Schulsattel zum Einreiten junger Pferde.
"Espanola", als Schulsattel und für den Ausritt ins Gelände.

Portugesa
Aber egal welche Reitweise du bevorzugst, oder welchen Sattel, eines trifft auf alle zu - der Sattel muß Deinem Pferd 100% passen!
Schlecht sitzende Sättel erzeugen Druckstellen und führen zu Verspannungen des Pferderückens, dies kann Deinem Pferd zur Qual werden, im schlimmsten Fall zu ernsthaften Erkrankungen führen.

Die Sättel werden in der Hauptkategorie in zwei Gruppen eingeteilt:
Die Sportsättel (Pritschensättel), z.B. Springsattel, Dressursattel usw. und
die Trachtensättel, z.B. Töltsattel, Westernsattel, Stocksattel usw.

Die Unterscheidung der einzelnen Sattelarten erfolgt aufgrund Ihrer Bauweise:
Sportsättel haben kurze Stege unter der Sitzfläche und verteilen das Reitergewicht nur gering. Ermöglichen aber sehr fein abgestimmte Hilfengebung.
Für lange Ritte sind diese Sättel hingegen nicht zu empfehlen.
Der Trachtensattel hat eine wesentlich größere Unterpolsterung die das Reitergewicht besser verteilt. Der Sitz für den Reiter ist bequemer gearbeitet. Diese Sättel eignen sich für lange Ritte und die tägliche Arbeit mit dem Pferd.

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Last Update: 06-Jul-2009
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