Fütterung & Nährstofftabellen
Verdauung

Das Pferd ist ein Weidetier, seine Verdauungsorgane sind darauf eingestellt stets kleine Mengen an Nahrung zu sich zu nehmen. So gilt auch bei der Boxenhaltung, mehrere kleine Portionen sind besser als wenige große.

Das Verdauungs und Ausscheidesystem
Die Nahrung wird aufgenommen mit den Lippen, dem empfindlichsten Körperteil überhaupt. Man sagt das das Pferd damit ein Haferkorn von einem Kieselstein unterscheiden kann! Das mit den Lippen aufgenommene Futter wird mit Hilfe der 12 Schneidezähne abgerupft und den hinteren 24 Backenzähnen zum zermahlen übergeben. Beim Kauen produziert das Pferd im Speichel chemische Säuren welche den Weg des Futters in den Magen beschleunigen.
Das aufgenommene Futter gelangt vom Maul in den Blinddarm und die vier Teile des Dickdarm. Hier wird die enthaltene Zellulose durch spezielle Mikroorganismen aufgespalten, wobei flüchtige Fettsäuren entstehen. Durch das Kauen werden außerdem lösliche Zucker, Proteine, Mineralien und Vitamine freigesetzt, die durch den Magen den normalen Verdauungsweg durch den Dünndarm nehmen, aber auch energiereiches Material für die Vervielfältigung der Mikroorganismen bedeuten, sofern diese aufgenommen wurden.


Das folgende Bild zeigt die Verdauungsorgane eines Pferdes, die darunter stehende Tabelle beinhaltet die Namen der mit Ziffern numerierten Organe.



1
Speiseröhre
2
Speicheldrüsen
3
Rachenhöhle
4
Backenzähne
5
Maul
6
Schneidezähne
7
Hakenzähne
8
Zunge
9
Unterkiefer
10
Dickdarm
11
Hoden
12
Schlauch
13
Harnröhre
14
Dünndarm
15
Mastdarm
16
Harnleiter
17
Niere
18
Milz
19
Magen
20
Leber

Wenn der Speisebrei im Maul von den Backenzähnen zermahlen, eingeweicht und im Magen chemisch vorverdaut ist, geht der Nährstoffabbau weiter. Enzyme und ein Teil der Mikroben zerlegen im Darm die Nährstoff-Moleküle, andere Bakterien produzieren Antibiotika, die schädliche Kleinstlebewesen in Schach hält. Hefepilze synthetisieren Vitamine im Verdauungs-Tunnel, in dem kein Lüftchen weht, weil
spezialisierte Mikroben ständig Sauerstoff abtransportieren. Nur unter Luftabschluß kann der Körper verwerten, was im Futter steckt: Cellulose, Stärke, Zucker, Protein und Fett.

Getreide werden je nach Art der Fütterung verdaut und nicht jedes Getreide hält seine Stärke freigiebig bereit!
Das Haferkorn ist leicht zu knacken, seine Stärke gleicht einem lose aufgeschüttetem, für Enzyme leicht zugänglichen Steinhaufen. Maisstärke dagegen ist sehr kompakt konstruiert, Enzyme gelangen nur schwer in die Falten und Windungen dieses kompakten Stärke-Moleküls. Es wird im Dünndarm nicht komplett zerlegt.
Im Dickdarm stürzen sich deshalb Massen von Mikroben auf den stärke-reichen Speisebrei. Hierdurch entsteht erhöhte Verdauungshitze! Diese kleinst Lebewesen senken den pH-Wert im Dickdarm - und töten sich dadurch selbst. Ihre Leichen überschwemmen unser Pferd mit Giften, die über die stark durchblutete Darmwandschleimhaut in seinen Kreislauf gelangen. Diese Giftspritze kann bei empfindlichen Pferden Hufrehe Auslösen!

Zuviel unverdauliche Stärke tötet Mikroben im Darm und macht unsere Pferde krank. Dies kann aber auch durch Streß, Futterumstellung oder Antibiotika-Behandlung geschehen. Erkennen läßt sich dies daran wenn der normaler-
weise glänzende Kot zur Durchfall wird oder unser Pferd an Kolik erkrankt.
Sogenannte probiotische Produkte, die Bierhefe-Kulturen, Enzyme oder eine geballte Fuhre an Mikroben enthalten, helfen in solchen Fällen, die Darmflora wieder zu päppeln. Auch cellulosereiche Futtermittel wie Trockenschnitzel
stabilisieren die Helfer-Schar wieder.

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Last Update: 06-Jul-2009
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