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Fütterung
der Pferde...
Fruktane die Gefahr im Gras? |
Pferde stellen,
das muss leider bei aller Sympathie sachlich festgestellt werden,
offensichtlich eine Herausforderung für Weiden dar. Jeder von
uns kennt den Anblick eine Koppel, wo außer in tropischer Pracht
wucherndem Unkraut kaum ein Grashalm mehr zu finden ist, geschweige
denn wertvolle Futterpflanzen wie Untergräser und Kräuter. Es gibt kein „Allheilrezept“ für gepflegte Weiden, denn dafür sind die Gegebenheiten zu unterschiedlich, die durch etliche Faktoren wie z. B. Bodenbeschaffenheit, Anzahl der Pferde etc. beeinflusst werden. Wir wollen Ihnen hier in aller Kürze die Hauptfaktoren erklären, die zu einer Verunkrautung der Weiden beitragen und Hinweise für die Pflege von Weiden und die Eindämmung der Unkrautherde geben. Auswirkung der Pferdeweidung auf die Weidenarbe Die Grasnarbe einer
Weide wird neben der Bodenbeschaffenheit und den darauf wachsenden
Pflanzen in erster Linie vom Tritt, dem Verbiss und den Exkrementen
der Tiere bestimmt. Der Tritt Pferde stellen mit
ihren harten, - im Verhältnis zum Körpergewicht –
kleinen Hufen und ihrer Neigung sich auf der Weide auszutoben um Vergleich
zu Rindern eine enorm strapaziöse Wirkung auf die Grasnarbe dar. Der Verbiss Pferde rupfen mit den Lippen und Schneidezähnen den Aufwuchs dicht über der Bodenoberfläche ab. Durch den Verbiss werden aber nicht wie durch Tritt unterirdische Speicherorgane geschädigt, sondern es bleibt auch bei tiefen Abrupfen noch assimilationsfähige Blattmasse über der Bodenoberfläche stehen. Angepasste Pflanzen können sich wieder regenerieren. Aber Pferde selektieren stark. Sie lassen sogar abgerupfte Bissen wieder fallen, wenn sie schmackhaftere Pflanzen wittern. Die Geschmacksunterschiede werden bei Pflanzen einer Art durch unterschiedliche Feuchte- und Nährstoffverhältnisse auf der Weide hervorgerufen. Artenreicher Aufwuchs kann derartige Unterschiede kompensieren. Werden bestimmte Stellen häufig verbissen oder auch selten abgefressen, wird die Grasnarbe lückig und verunkrautet schnell. Feuchte Stellen auf Pferdeweiden sollten trockengelegt werden. Die Exkremente Pferde haben mehr als andere Weidetiere die Angewohnheit, nur an bestimmten Stellen einer Weide Kot abzusetzen. Wie alle anderen Weidetiere fressen sie über lange Zeit nicht an diesen (Geilstellen genannten) Orten arteigene Exkremente. Die Folgen sind lokale Entropierung und uneingeschränktes Wachstum der hochwüchsigen Gräser (damit Verdrängung der Untergräser, siehe oben). Wird nichts unternommen, so werden sich an diesen Stellen neben dem Verlust an Untergräsern ebenfalls Weideunkräuter nach und nach durchsetzen. Zumindest zweimal pro Woche den Kot absammeln, besser jeden 2. Tag, ist insofern nicht nur eine wichtige Maßnahme um die Verwurmung einzudämmen, sondern verhindert das Absterben der nährstoffreichen wichtigen Untergräser und die Ausbreitung von Unkraut. Die richtige Besatzstärke Die Weidepflege
beginnt mit der Besatzstärke. Als Faustregel gelten 2 Großtiere
/ Hektar bei einer Standweide oder 0,2 Großtiere / Hektar bei
einer Umtriebsweide. Weideauftrieb und Weidedauer Der Weideauftrieb darf im Frühjahr nicht zu spät erfolgen, weil sonst hochwüchsige Gräser die Untergräser und Kräuter verdrängen. Aus dem gleichen Grund muss nach der Beweidung (vor der Ruhephase der Koppel) ein Reinigungsschnitt erfolgen. Viel Arbeit spart hier eine kombinierte Beweidung mit Rindern. Es verhindert das Auswachsen der Geilstellen, da Rinder an den Geilstellen der Pferde fressen und umgekehrt. Nur hat nicht jeder Betrieb gleichzeitig Pferde und Rinder. Für diese Betriebe ist neben einem zumindest lokalen Reinigungsschnitt oder dem Mulchen auch das Absammeln von Kot (siehe oben) unverzichtbar. Die Weidedauer richtet sich nach der Größe der Fläche, der Wüchsigkeit und der Besatzstärke. Optimaler Weidebeginn ist gegeben, wenn der Aufwuchs etwa 20 cm hoch ist. Spätestens wenn der überwiegende Teil der Weide auf 4 cm heruntergefressen ist, müssen die Tiere auf andere Flächen gebracht werden (meist nach 2-3 Wochen). In Regenperioden darf die Weidefläche nur kurz beweidet werden, da auf nassem Boden die Schädigung durch den Huftritt noch wesentlich stärker ist. In Trockenperioden darf man den Aufwuchs nicht ganz so tief abfressen lassen, sonst droht die Auflösung der Weidenarbe durch Vertrocknung. Hier ist dem Liegenlassen des Mähguts nach dem Reinigungsschnitt z.B. Mulchen auch der Vorzug zu geben, um den neuen Aufwuchs vor Austrocknung zu schützen. Grundsätzliche
Weidepause besteht von „der Laubverfärbung der Rosskastanie
bis zur Blüte der wilden Kirsche“. Diese zugegeben blumige
aber dennoch sinnvolle Regel gilt überall in Mitteleuropa und
sollte auf jeden Fall beachtet werden. Düngung Um den Nährstoffentzug
durch den Verbiss flächendeckend zu kompensieren, muss die Weide
regelmäßig gedüngt werden. Die Mindestdüngung
garantiert die Leistungsfähigkeit der Grasnarbe; darüber
hinaus kann die Düngung eine „ Bestandslenkung“ der
Gräser und Kräuter vorgenommen werden. Gezielte Düngung
hilft der Grasnarbe und den Tieren. Nur wenn die richtige
Düngermenge zur richtigen Zeit fachgerecht ausgebracht wird,
bleibt ein abwechslungsreicher, vitaler Aufwuchs erhalten. Von allgemeinen
Düngempfehlung ist abzusehen, wenn der aktuelle Nährstoffvorrat
im Boden nicht bekannt ist. Was tun, wenn die Weidenarbe bereits stark verunkrautet ist? Eine Weidenarbe ist verunkrautet, wenn ein Massenauftreten von bereits genannten Weideunkräutern festgestellt wird. Solange die verunkrauteten Stellen sich auf kleine Bereiche oder gar auf einzelne Pflanzen, z.B. Disteln beschränken, können wir durch häufiges Abmähen (Absicheln) ein Ausbreiten diese Pflanzen verhindern. Einzelne Ampfer- und Distelpflanzen können durch Abstreifen z.B. mit Round Up oder Garlon L60 schonend bekämpft werden. Weißkleeflächen
mit geringem Gräseranteil zeigen Überweidung und übermäßigen
Tritt an. Eine Auflösung der von Weißklee beherrschten
Flächen kann nur erfolgen, wenn hochwüchsiger Gräser
mit gezielter Stickstoffdüngung gefördert werden. Anschließend
muss gewährleistet sein, dass kein Nährstoffmangel auftritt
und der Verbiss regelmäßig erfolgt. Bester Zeitpunkt
für die Nachansaat ist der Frühling oder der August. Die
Fläche wird hierzu leicht geeggt (nicht zu tief!) und ein Samengemisch
aus Rotschwingel (sehr schmackhaft und gleichzeitig bildet er mit
seinen Ausläufern ein elastisches Graspolster), Wiesenrispe,
Strausßgras und Weidelgras am besten mit der Drillmaschine ausgebracht. Auch wenn die Koppel überwiegend als „Erholung“ für Sportpferde dienen
soll und weniger als Futtergrundlage, so bedarf sie dennoch der Pflege
sollen sich Parasiten nicht beliebig ausbreiten und die Pferde infizieren
und auch Sportpferde genießen es, sich die schmackhaftesten
Gräser heraussuchen zu können und sich nicht nur auf kahlgefressenen,
verbissenen, verunkrauteten und plattgetretenen Flächen zu langweilen
und mit dem Koppelpartner als einzigste Abwechslung Händel anzufangen.
Mit freundlicher
Genehmigung: iwest ® Dr. Meyer & Co. KG, Hohenpreißenberg,
Germany. |