Fütterung der Pferde...
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Das Eiweiß erfüllt beim Pferd zwei wichtige Funktionen.
Es ist zum einen Baustoff zum anderen kann es auch als Brennstoff genutzt werden.

Die einfachen Bausteine des Eiweiß sind die Aminosäuren. Es gibt 20 verschiedene davon. Sie bilden, oft zu Hunderten spiral oder ringförmig aneinandergereiht, die Eiweißstoffe. Von den Pflanzen sind junge Blätter und Samenkörner besonders eiweißreich.
Die Verdauung des Proteins beim Pferd beginnt im Magen, wo durch ein Enzym des Magensaftes die langkettigen Eiweißstoffe in kurzkettige zerspalten werden.
Die weitere Aufspaltung bis zu den einzelnen Aminosäuren erfolgt im Dünndarm. Von der gesamten verdaulichen Eiweißmenge werden rund 2/3 im Dünndarm aufgeschlossen und über die Darmwand an die Blutbahn abgegeben. Das übrige Drittel kann im Dickdarmbereich durch die Tätigkeit der dort in den Gärkammern lebenden Kleinlebewesen in Aminosäuren zerlegt oder zum Aufbau von Kleinlebewesenprotein herangezogen werden. Dieses Mikrobenprotein steht dem Pferd ebenfalls zur Verfügung.
Aus den einzelnen Aminosäuren baut sich das Pferd sein körpereigenes Eiweiß auf, das durch keine anderen Stoffe zu ersetzen ist.
Von den 20 Aminosäuren sind rund 10 essentiell, d.h. sie müssen mit dem Futter unbedingt zugeführt werden, während die übrigen 10 vom Pferd selbst aus anderen Aminosäuren gebildet werden können.
Da das ausgewachsene Pferd auch Mikrobeneiweiß nutzen kann, das einen hohen Anteil an essentiellen Aminosäuren besitzt, ist in der Regel beim Pferd eine gezielte Versorgung mit diesen Aminosäuren nicht notwendig.

Ähnlich wie bei der Bewertung der Energie, so hat für das Pferd auch nur das Eiweiß des Futters eine Bedeutung, das verdaulich ist. Der Gehalt in den Futtermitteln bzw. der Eiweißbedarf des Pferdes wird daher in der Einheit "g" verdauliches Eiweiß angegeben.

Fohlen haben einen hohen Bedarf an essentiellen Aminosäuren. Aber andererseits ist die Mikrobentätigkeit im Dickdarmbereich noch nicht voll tätig. Es muß hier, neben dem Bedarf an Gesamteiweiß, der Aminosäure Lysin besondere Beachtung geschenkt werden.
Besonders bei wachsenden Pferden oder laktierenden Stuten ist ein hoher Eiweißbedarf vorhanden. Ein Eiweißmangel, gerade bei diesen Pferdegruppen kann schnell zu Leistungsabfall oder sogar Erkrankungen führen.
Andererseits können arbeitende Pferde mit reichlich Zusatzfutter schnell einen Eiweißüberschuß bekommen, welcher dann Leber und Niere belasten.

Auch beim Eiweiß gilt: Kleine Pferde haben relativ gesehen einen höheren Bedarf als Großpferde.
Eine Faustregel besagt das 60g verdauliches Rohprotein je 100 kg Lebendmasse ausreichend sind.

Eiweißmangel führt schnell zu Leistungseinbußen.
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Last Update: 06-Jul-2009
© 2001 - 2009 Hartmut Götze