Fütterung der Pferde...
Energie...

Bei allen Lebensvorgängen - Tätigkeit der Organe, Erhaltung der Körpertemperatur, Bewegung, Leistung - verbraucht das Pferd Energie.
Diese entstammt den Brennstoffen der Futtermittel, in erster Linie den Kohlehydraten und Fetten sowie bedingt auch dem Eiweiß, wenn es im Überschuß zugeführt wird.


Alle 3 Nährstoffgruppen sind organische Verbindungen, die aus den Elementen Kohlenstoff (C), Wasserstoff (H) und Sauerstoff (O) bestehen.
Beim Eiweiß finden Sie außerdem noch den Stickstoff (N) und in geringen Mengen Schwefel (S) und Phosphor (P).

Die meisten Futterpflanzen haben einen hohen Gehalt an Kohlenhydraten. Der Aufbau derselben ist nicht kompliziert:
Die einfachen Bausteine sind der Einfachzucker, z.B. Traubenzucker. 2 Einfachzucker ergeben einen 2-Fachzucker (Malzzucker), 3-Einfachzucker einen 3-Fachzucker usw. Kohlenhydrate bestehen aus sehr vielen (mehrere hunderte) Einfachzucker, diese nennt man dann Vielfachzucker. Dazu zählt unter anderem die Stärke im Haferkorn.

Die Einfachzucker werden in den Chlorophyllkörpern der Pflanzenblätter gebildet. Diese benötigen dazu Licht sowie die Wärme der Sonne, Kohlendioxid aus der Luft und Wasser. Dieser Vorgang wir Photosynthese genannt.
Die Sonnenenergie wird dabei als Einfachzucker festgehalten.
Der in den Blättern enthaltene Einfachzucker wird als Mehrfachzucker in den Samenkörnern gespeichert. Nimmt das Pferd nun stärkereiche Haferkörner zu sich werden im Dünndarm durch den Verdauungssaft die Vielfachzucker bis zu Einfachzucker abgebaut.
Über die Darmzotten gelangen sie in die Blutbahn. Von dort werden sie zu den Muskeln transportiert, oder in der Leber zwischengespeichert.

Mehrfachzucker, die aus Stärke bestehen, sind leicht verdaulich. Die Energie steht sofort zur Verfügung, während andere Mehrfachzucker wie Zellulose schwer oder nur gering vom Pferd aufgeschlossen werden können. In einem solchen Fall kann die Energie erst Stunden nach der Futteraufnahme bereitgestellt werden.

Es muß also bei den Kohlehydraten unterschieden werden zwischen den leichtverdaulichen (Zucker, Stärke, Glykogen) und den schwer verdaulichen (Zellulose, Lignin und Pentosane), chemisch zusammengefaßt als Rohfaser. Die Rohfaser hat für die Energiebereitstellung eine untergeordnete Rolle.

 

Zucker- bzw. stärkereiche Futtermittel (g je kg Trockensubstanz)

Traubenzucker
998
Maiskörner 803
Weizenkörner 794
Gerste 754
Mohrrüben 684
Hafer 673
Trockenschnitzel 639
Futterrüben 521
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Last Update: 06-Jul-2009
© 2001 - 2009 Hartmut Götze